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Drei Fragen an den Vorstandsvorsitzenden Hartmut Retzlaff

  • 04.06.2014
  • Ad-hoc-Meldung
  • Interview
  • Investor News

Anlässlich der Hauptversammlung der STADA Arzneimittel AG am 4. Juni 2014 beantwortet der Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff einige Fragen zu den Herausforderungen, den Zielen und den Innovationen des Konzerns.
 
Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit in Ihrer Branche und was tun Sie, um diesen zu begegnen?

Insbesondere in Deutschland genießen Generika nicht die Wertschätzung, die Ihnen auf Grund ihres Kostenvorteils gegenüber den Originalpräparaten und den damit verbundenen substanziellen Einsparungen im Gesundheitssystem zustehen müsste. Dies ist im Wesentlichen eine Folge des ruinösen Rabattvertragssystems. Auch in anderen europäischen Ländern sehen wir uns im Generika-Bereich vor dem Hintergrund der staatlichen Defizite und entsprechender Sparzwänge mit herausfordernden regulatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen verfolgen wir seit Jahren eine Strategie, die auf zwei Wachstumsfelder setzt. Zum einen konzentrieren wir uns auf Zukäufe im Bereich Markenprodukte, da sie weniger staatlichen regulatorischen Eingriffen unterliegen als Generika und damit deutlich margenattraktiver sind. Dass wir mit dem Ausbau des Markenprodukt-Portfolios richtig liegen, zeigt sich unter anderem daran, dass unsere Marken mittlerweile 58% zum bereinigten operativen Ergebnis der Kernsegmente beitragen. Zum anderen verfolgen wir konsequent den Ausbau unserer internationalen Geschäftsaktivitäten, den wir schon frühzeitig auf wachstumsstarke Märkte, insbesondere Schwellenländer, ausgerichtet haben.
 
Rund fünf Monate des laufenden Geschäftsjahres liegen bereits hinter Ihnen. Wie wollen Sie Ihre Ziele für 2014 erreichen?

Angesichts der positiven Entwicklung im 1. Quartal 2014 gehen wir davon aus, unsere Ziele zu erreichen. Bei den Markenprodukten wird hierzu der im letzten Jahr erfolgte Kauf des britischen OTC Anbieters Thornton & Ross – die Nummer fünf im britischen OTC Markt – beitragen. Aber auch das vor kurzem erworbene russische Markenprodukt-Paket Aqualor® wird hieran einen entsprechenden Anteil haben. Unser Ziel bei den Generika sollten wir durch die verstärkte Einführung von neuen Produkten und Formulierungen erreichen.

Mit Blick auf unsere vier Marktregionen verfügen wir ebenfalls über gute operative Wachstumstreiber. In Deutschland werden wir weiterhin bei den hochprofitablen Markenprodukten wachsen. In Zentraleuropa verspüren wir momentan weniger regulatorischen Gegenwind im Generika-Bereich und bauen – insbesondere in Großbritannien – auf unser starkes Markenproduktgeschäft. An unseren Aktivitäten in CIS/Osteuropa halten wir – trotz der derzeitig schwierigen Situation in Folge der politischen Krise – fest. Hier haben wir Maßnahmen ergriffen, die den negativen Effekt aus der Rubelabwertung sowie weiterer wesentlicher Währungen dieser Marktregion und der aktuellen Nachfrageschwäche dämpfen. Zudem gehen wir davon aus, dass sich die Nachfrage im russischen Markt wieder beleben wird. Dies wird jedoch eine Frage der Zeit sein. In der Marktregion Asien & Pazifik erwarten wir angesichts der Konsolidierung von zwei vietnamesischen Gesellschaften ein deutliches Wachstum. Darüber hinaus entwickelt sich auch das Lizenzgeschäft in Myanmar, wo wir einer der First Mover sind, sehr positiv.
Bezogen auf die nicht operativen Wachstumstreiber werden wir von unserem Steueroptimierungsprogramm und unserer Kultur der gelebten Kosteneffizienz profitieren.
 
Welche langfristigen Pläne verfolgen Sie in Bezug auf innovative Produktfelder – auch wenn STADA nicht im Bereich der Forschung tätig ist?

Unter Wettbewerbs- und Margengesichtspunkten ist für uns der zunehmend wichtiger werdende Bereich der Biosimilars attraktiv – zumal im nächsten Jahr erstmalig mehr biopharmazeutische Arzneimittel patentfrei werden als chemisch-synthetisch hergestellte. Angesichts dessen haben wir uns schon vor Jahren dazu entschieden, Biosimilars einzulizenzieren, da dies für uns der risikoärmere und vor allem kostengünstigere Weg ist. So bestehen seit 2011 Lizenzvereinbarungen für die Entwicklung und Vermarktung von Biosimilar-Produkten für die beiden monoklonalen Antikörper Rituximab und optional Trastuzumab. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir das Filgrastim-Präparat Grastofil® einlizenziert, bei dem wir uns derzeit in den vertrieblichen Vorbereitungen befinden. Vor kurzem konnten wir uns zudem für ein weiteres Biosimilar, bei dem der Patentschutz in den nächsten Jahren auslaufen wird, bereits vertragliche Optionen für dessen Einlizenzierung sichern. Grundsätzlich werden wir auch weiterhin die sich uns bietenden Optionen für die Einlizenzierung zusätzlicher Biosimilars prüfen.